Wissen Sie noch, worin der Unterschied zwischen grüner, gelber und roter Beflaggung am Badestrand besteht? Nun, die Analogie zur Verkehrsampel bietet sich an: Die grüne Flagge bedeutet, dass an diesem Strand das Baden erlaubt ist. Gelb mahnt zur besonderen Vorsicht, und die rote Flagge steht für absolutes Badeverbot. So weit die Theorie.
In der Praxis ist es allerdings sinnvoll, sich mehr als das Flaggen-ABC anzueignen. Wer beispielsweise blind auf die grüne Flagge vertraut und sich geradewegs in die Fluten stürzt, kann unter Umständen sein (azur)blaues Wunder erleben. Merke: Das Signal Baden gestattet schützt nicht vor Unterströmungen und schnell wechselnden Bedingungen. Seien Sie auch bei grüner Beflaggung vorsichtig, haben Sie ein Auge auf Ihren Nachwuchs, und vermeiden Sie riskante Schwimmausflüge in die nächste Fahrrinne. Auch den folgenden klassischen Irrtümern sollten Sie entgehen:
- Ein guter Schwimmer ist weniger gefährdet. Von wegen! Die Erfahrung zeigt, dass auch geübte Schwimmer den Kräften des Wassers nicht gewachsen sind. Zudem haben Sie oft weniger Respekt vor dem Meer als unerfahrene Schwimmer.
- Unterströmungen treten nur im Winter auf; außerdem kommt man leicht wieder heraus. Falsch! Unterströmungen (sogartiger Rückfluss der Brandung über dem Meeresboden) treten auch im Sommer auf. Zudem nützt das Know-how über richtiges Verhalten bei Unterströmungen (auf das Wasser legen und seitlich heraustreiben lassen) wenig, wenn man im Ernstfall in Panik gerät. Merke: Unterströmungen sind unsichtbar, unberechenbar und unvorhersehbar.
- Unbewachte Strände sind ungefährlich. Fehlanzeige! Die meisten Strände Europas sind unbewacht; das macht sie nicht ungefährlicher als die bewachten Strände in Urlaubszentren. Gehen Sie auf Nummer sicher und meiden Sie leere, unbewachte Strände. Wer könnte Sie sonst retten?
- Wenn der Wind zum Meer weht, entstehen gefährliche Strömungen. Nicht richtig. Gerade bei auflandigem Wind (vom Meer zum Land) droht Gefahr, da das ablaufende mit dem auflaufenden Wasser Verwirbelungen bildet. Allerdings bedeutet ablandiger Wind Gefahr für Luftmatratzen-Kapitäne, denn der Wind treibt sie hinaus.
- Wenn jemand im Wasser Hilfe braucht, schwimme ich sofort hin. Bloß nicht! Sie bringen sich unter Umständen in höchste Lebensgefahr, wenn Sie einen Ertrinkenden im Alleingang retten wollen. Spielen Sie nicht den Helden, sondern schlagen Sie Alarm. Betätigen Sie den Notruf, oder rufen Sie die Rettungswacht. Stimmen Sie eine Rettungsaktion mit anderen Badegästen ab.
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www.blausand.de