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Junge Frau holt etwas aus ihrer Handtasche

Betrieblicher Umweltschutz.

Nachhaltige Werbemittel.

Nachhaltige Werbemittel

Ein Gespräch mit Frank Dangmann, Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbands der Werbeartikel-Wirtschaft e. V. (GWW), über die Bedeutung nachhaltiger Werbemittel, Entwicklungen in der Werbewirtschaftsbranche und ein Umdenken in Zeiten von Corona.

3,65 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen laut GWW im Jahr 2019 für Werbeartikel ausgegeben. Sicher entsprachen nicht alle den landläufigen Nachhaltigkeitskriterien. Herr Dangmann, was verstehen Sie unter einem nachhaltigen Werbemittel?

[Dangmann] Haptische Werbeträger, die ressourcenschonend mit sozialer Verantwortung in guter Qualität für einen langfristigen Einsatz produziert werden. Dokumentiert mit belastbaren Zertifikaten oder durch nachweisbare öko-soziale Initiativen von Unternehmen. Aber bitte kein "Greenwashing" mit intransparenten Zertifikaten und Nachhaltigkeitsketten, sondern authentische Nachhaltigkeit. So ist beispielsweise ein müllvermeidender Mehrwegbecher für Coffee-to-go "Made in Germany" aus in Europa produziertem Kunststoffgranulat per se nachhaltig. Zumal dieser auch alternativ aus biobasiertem Plastik, ohne Formaldehyd oder BPA (Bisphenol A) erhältlich ist.

Das ist sicher noch nicht allen Menschen klar. Ich denke, da besteht Aufklärungsbedarf. Wie bewerten Sie den Trend zu mehr Nachhaltigkeit im Allgemeinen?

[Dangmann] Klimawandel, Ressourcenknappheit und Müllvermeidung sowie gesellschaftliche Veränderungsprozesse führen dazu, dass Konzerne - auch um den ökonomischen Erfolg zu sichern - ihr Geschäftsmodell nach den Prinzipien von CSR und Nachhaltigkeit ausgerichtet haben. Das ist kein Trend, sondern ein weltweiter Leitgedanke mit enormer Bedeutung und elementar für die Zukunftsfähigkeit vieler Firmen. Zum Unternehmenskern zahlreicher großer Marken und mittelständischer Betriebe - und das schon zu Zeiten, als Kinder freitags noch zur Schule gingen - zählen soziale Verantwortung und ökologisches Handeln.

Illustration Frank Dangmann

Frank Dangmann

Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbands der Werbeartikel - Wirtschaft e. V.

Fridays for Future ist ein gutes Stichwort. Wie entwickelt sich die Nachfrage hinsichtlich ökologisch und sozial korrekt produzierter Produkte eigentlich?

[Dangmann] Selbst wenn während der Corona-Pandemie das Thema etwas in den Hintergrund getreten ist, stieg der Bedarf an nachhaltigen Produkten stetig. Das belegen auch die Marktforschungsergebnisse des aktuellen GWW-Monitors. In dieser repräsentativen Umfrage antworteten 74 Prozent der Unternehmen, dass Nachhaltigkeit bei der Auswahl von Werbeartikeln eine Rolle spielt. Ein Spannungsfeld ergibt sich allerdings bei den Mehrkosten: Nur zehn Prozent der Befragten sind bereit, für nachhaltige Produkte Aufpreise von mehr als 20 Prozent zu akzeptieren.

Ähnlich verhält es sich in der Versicherungsbranche. Das Interesse an nachhaltigen Produkten ist zwar da, aber nicht die Bereitschaft, dafür mehr zu zahlen. Wie entwickelt sich das Angebot der Werbemittelwirtschaft diesbezüglich?

[Dangmann] Die Werbeartikel-Wirtschaft hat diesen Bedarf antizipiert, Geschäftsmodelle wurden hinterfragt und auf ökologische Verträglichkeit und soziale Gerechtigkeit ausgerichtet. Seit vielen Jahren orientiert sich ihr Produktportfolio konsequent an CSR und Nachhaltigkeit und das Angebot wurde ständig weiterentwickelt. Die Branche prämiert mit dem PSI Sustainability Award seit 2015 die Nachhaltigkeits-Initiativen in neun Kategorien. Und: In einem von der Pandemie gezeichneten Jahr riss das Engagement der Werbeartikel-Anbieter für unsere Umwelt nicht ab. Es gab 2020 so viele Einreichungen wie nie zuvor!

Herr Dangmann, vielen Dank für das Gespräch!

Nachhaltig und fair werben!

Geschenke erhalten die Freundschaft, sagt ein altes Sprichwort. Doch nicht alle Werbegeschenke sind eine Freundschaft wert. Das Werbeartikel eines Unternehmens sollte idealerweise auch Teil des Wandels sein, den man sich in der Welt wünscht. Die NÜRNBERGER macht es vor und hat bereits einige Alternativen in ihren Werbemittelkatalog aufgenommen.

Werbemittel Hipster Bag

"Von der Flasche zur Tasche" Hipster Bag und Einkaufsshopper

Der unter der Bezeichnung RPET vertriebene Kunststoff wird aus eingesammelten gebrauchten PET-Flaschen hergestellt. Die leeren Flaschen werden erfasst, gereinigt und zerkleinert. Anschließend wird das Material geschmolzen und zu einem Bestandteil der fertigen Folie verarbeitet, die zur Herstellung von Verpackungen verwendet wird. Bei der Herstellung können mehrere energieintensive Schritte im Verarbeitungsprozess übersprungen und damit CO2-Emissionen vermieden werden. Die neue Methode ist außerdem deswegen besonders energiesparend, weil wesentlich weniger Öl zu Polymeren verarbeitet werden muss.

Werbemittel Drehkugelschreiber

Drehkugelschreiber Skeye BIO Marke Senator

Biobasierter Kunststoff kann dabei helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und schont dabei endliche Ressourcen. Senator verwendet für seine Bio-Produkte ein PLA auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Das PLA wird aus Zuckerrohr gewonnen, einer der effizientesten Rohstoffe zur PLA-Herstellung. Produziert wird im südhessischen Groß-Bieberau. Die komplette Produktion wird mit Ökostrom betrieben und ist nach Prozessen der Umweltnorm 14001 aufgestellt.

Werbemittel Notizbuch

Nachhaltiges Notizbuch mit Recycling-Papier

Das Notizbuch ist aus Recyclingpapier – hergestellt aus 100 Prozent Altpapier mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" und wird in Deutschland gefertigt. Für die Herstellung von Recyclingpapier muss kein einziger Baum fallen, da es vollständig aus Recyclingmaterial besteht. Das ist nicht nur gut für die Wälder, sondern auch ein wichtiger Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt, da so der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen erhalten bleibt.

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Magazin Illustration 2021

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Nachhaltigkeitsmagazin 2021 (PDF, 4.14 MB)

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